Logbuch

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“

Schade, dass in dieser Untersuchung die Gegenwart ausgespart bleibt, trotzdem ein sehr lohnenswerter Versuch, den „Zwang zur Arbeit“ in Bezug auf die Freiheit des Individuums zu beleuchten!

Paul Schreyer

1. Februar 2018   —   Vor fast 30 Jahren veröffentlichte der Sozialwissenschaftler Götz Eisenberg den folgenden Essay, damals in der Zeitschrift „Psychosozial“, die 1978 vom Psychoanalytiker und Vorreiter der Friedensbewegung Horst-Eberhard Richter gegründet worden war. Der Text erschien Ende letzten Jahres erneut in Konstantin Weckers Nachrichtenportal „Hinter den Schlagzeilen“, wo ich ihn entdeckte. Ich danke dem verantwortlichen Redakteur Roland Rottenfußer sowie Götz Eisenberg sehr herzlich für die Erlaubnis zur Veröffentlichung auf meinem Blog. In der ursprünglichen (und längeren) Version von 1990 war dem Text folgendes Zitat von Friedrich Nietzsche vorangestellt:

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Logbuch

Kimchi als Selbstermächtigung?

In Wien gibt es einen Koreanischen Lebensmittelladen, auf den ich durch Zufall gestoßen bin. Es war zur Weihnachtszeit und am Eingang stand ein elektrisch betriebener Plastik  – Weihnachtsbaum, der an seiner Spitze weiße Plastikkugeln ausstieß und so die Illustion von Schneefall vermittelte. Es war wie ein Springbrunnen, in dem das Wasser durch Plastikschnee ersetzt wurde. Oder anders formuliert: der Trevi Brunnen auf Koreanisch. Das war für mich Anlaß genug, diesen Laden näher kennenzulernen.

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Logbuch

Erbrochenes am Straßenrand 1

In den letzten Jahren greift das Übermenschentum wieder um sich und die Dämme gegen verbale Entgleisungen brechen, gerade auch bei Politikern. Unappetittliches ergießt sich in die Gossen vieler Städte, darunter Wien und Washington. Das Erbrochene heißt Rassismus, die Akteure sind sich keiner Schuld bewusst. Der Firnis der Zivilisation wird immer dünner. Deshalb tun die Worte von Heinz Fischer gut.

Es gibt eine Menschenrechtsdeklaration, und die gilt es zu beachten. Die Menschenwürde muss unantastbar sein, egal ob Flüchtling oder nicht. Wenn ein Politiker Menschen gegenüber in einer Art und Weise argumentiert, als seien sie Menschen zweiter Klasse, dann müssen die Alarmglocken läuten.

(Bundespräsident aD. Heinz Fischer) in einem Profilinterview vom 9.1.2018

Logbuch

Bujohype Leuchtturm 2017

Oft sind Hypes gleichzusetzen mit Dummheit, in vielen Fällen auch mit Qualitätsverlust. In vielen Fällen sind sie nur ein Aufguß aus Dingen, die es ohnehin schon immer gegeben hat. So neu auf Erden ist die Menschheit ja nicht. Manchmal aber lohnt es sich den Trends nachzugehen, um zu sehen, was an ihnen dran ist. Und dabei macht man vereinzelt erfreuliche Entdeckungen. Hier ist ein Beispiel aus dem Feld der Papierwaren oder mit Lifestyle-Affinität ausgedrückt: der Stationaries. Wir sprechen von den Notizbüchern der Firma Leuchtturm 1917.

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Kultur · Logbuch

25 Jahre Hauptstadt Bratislava

In der Zeit des Kalten Krieges beobachtete man als Wiener Bratislava manchmal vom Braunsberg unweit von Hainburg aus aus, einem Ausläufer der in der Slowakei „beheimateten“ Kleinen Karpaten. Dort stehend, sieht man in der Ferne die modernen Bauten der Trabantenstadt Petrzalka aus dem Dunst ragen. Dazwischen lag der Eiserne Vorhang mit seiner Todeszone. Petrzalka als Teil Bratislavas – eine Stadt, in die man als ÖsterreicherIn wegen des Visumzwanges kaum fuhr. Budapest kam da eher in Frage, zumindest in den Zeiten des Gulyaskommunismus.

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