Digitales · Logbuch

Das digitale Zuhause

Irgendwann war es Schluß mit lustig. Überall Arztbefunde, zerknitterte Rechnungen, Zahlungsaufforderungen, Mastercardabrechnungen, Museumsprospekte, anderes Unverzichtbares: in Taschen, neben dem Computer, in der Ablage, unter dem Tisch – unerwartet, auf mich wartend, langsam in Staub vergehend, dringlichst gesucht. Und weil es mir in der realen Welt schwerfällt, gegen die natürliche Dystropie der Dinge siegreich zu bleiben, blieb mir nur ein Gewaltakt als Ausweg: die Digitalisierung des Zuhauses. Immer schon genoß ich die kalte Ordnungswelt des Internets und bis heute bin ich ein immer wieder verführbarer Anhänger der größten Datenkrake ever. Also überlistete ich mich selbst und koche ab nun meine digitale Hausmannskost.

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Secretary Bairds Office in the Smithsonian Institute, Wikimedia Commons

Sehr brauchbar war in diesem Zusammenhang der Blog von Ivan Blatter, einem selbsternannten Experten für neues (?) Zeitmanagement. Dort findet sich ein vierteiliger Beitrag zum Papierlosen Büro. Normalerweise irritieren mich derartige Konzepte der Weltbewältigung, aber immerhin hatte der vorgefundene Wahnsinn Methode. Er  inspirierte mich und machte Sinn für mich und mein kleines Refugium abseits der unerbittlichen Timeline des 21. Jahrhunderts. Das viele Pendeln zwischen zwei Wohnorten, die langen Abwesenheiten auf Dienstreisen und die mir angeborene hemmungslose Schlampigkeit fordern ihren Tribut. Ich werde angestrengt ordentlich!

Schritt 1 – Dateimanagement Software : Hauptquartier wurde mein iMac, auf dem ich eine neue Software für Dateimanagement installierte. Den Finder auf meinem Mac fand ich für mein Vorhaben völlig unzureichend. iDocument verwarf ich, weil die Webseite des Anbieters nicht funktionierte und zum Zeitpunkt dieses Posting es auch nicht tut; Yep verwarf ich, weil mir die Probeversion zu einfach gestrickt war und mir Oberfläche und Funktionen zu altmodisch erschienen. DevonThink Personal war mein Fall: ein vielschichtiges Konzept mit recht intuitiver Benutzeroberfläche, das auch meinen neuen Scanner sehr gut ansprach.

Schritt 2 – Scanner: Kauf des Canon Lide 220 als Amazon Sonderangebot. Das Ding ließ auch den Treiber für High Sierra nicht vermissen und kam mit einer recht guten Scan-Software, mit der ich auch Photographien entsprechend verarbeiten können sollte. Keine High End Ware, aber die benötige ich für meine Zwecke auch nicht.

Schritt 3: – Sicherung auf der Cloud: Dropbox für alle Dokumente mit geringer Sicherheitsstufe. SecureSafe, ein schweizer Anbieter, wurde zum Tresor für sensible Dokus wie Befunde, Kopien von Personaldokumenten u.a.m erkoren. Luckycloud sollte hingegen die Wolke für Dateien mit Spaßcharakter werden (etwa: Gaming). Alle drei Anbieter bieten Applikationen für Android, ich bleibe in meiner Dokumentennutzung also ortsunabhängig.

Schritt 4 – Arbeitsprozess: Ich sammelte alle verfügbaren Dokumente und stapelte sie auf einem beachtlichen Haufen. Gleich daneben eröffnete ich einen Schuhkarton, der jene Dokumente aufnehmen sollte, die ich nach erfolgter Digitalisierung nicht wegzuwerfen wagte. In unmittelbarer Nähe dazu, das dritte Ablagesystem: ein großes Papiersackerl, für alles Papier, das dem Recykling zugeführt werden sollte. es war schön zu sehen, wieviel Papier ich bedenkenlos wegwerfen konnte.

Schritt 5 – Scannen und Ordnen: Die langweiligste aber zu guter Letzt befriedigendste Arbeit. Vertrautheit mit der neuen Software ist eine sehr hilfreiche und zeitsparende Ressource. Die Dinge kommen in eine propere Ordnerstruktur und werden zusätzlich noch getagged. Übersicht und Einsicht entsteht, man gewinnt wieder Vertrauen in die bürokratische Strukturen des Lebens. Fast ein Selbstermächtigungsprozess, denke ich Selbstverliebt.

Résumé: Let’s see!

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