Kurioses

VORMALS KRAKATOA IN NL-INDIEN

75 Jahre sind es her, daß dort, fern unterm Äquator, der Berg zerbarst; Wasser und Winde um die Erde pendelten; Schiffe mühsam durch Bimssteinfelder pflügten; und der Schall bis zu den Antipoden reiste. Daß 50 Tausende starben, während die Magnetnadeln verzückt tanzten, und die Gestirne ergrünten – ein Tag, wohl wert, daß die Menschheit seiner gedenke: des 27. August 1883; und des donnernden Namens KRAKATAU!

Arno Schmid: Krakatau. 1958

krakatoa

So beendet Arno Schmid seinen geradezu hymnischen Essay auf die Macht der Natur. Was noch vor 60 Jahren neben Krieg das Bedrohlichste für die menschliche Natur in Europa erschien („die Naturkatastrophe“), ist heute zum medialen Beiwerk verkommen. Rasch geht man zur täglichen Routine über nach all den von Menschen gemachten Katastrophen der Ersten, Zweiten und Dritten Welt.

Die gegenwärtige postindustrielle Kultur betreibt nunmehr selbst ihren eigenen Untergang, indem sie die Ausreizung der natürlichen Ressourcen und Gesetze auf die Spitze treibt, hin zur unvermeidlichen Katastrophe. Hiroschima war das Fanal des Krieges und Tschernobyl das des Friedens.Die Liste ist lang und wird mit jedem Tag monströser.

In solchen Verhältnissen  leben wir, mit solchen Aussichten beobachten wir uns selbstverliebt. Manche von uns versuchen, verzweifelt aber im Grunde ohne Chance, dagegenzuhalten: dem Krakatoa von damals verpflichtet.


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